Geraet zur Bezeichnung von Spektralplatten

Geraet zur Bezeichnung von Spektralplatten

Spectrochimica Actn. 1050, pp. 461 to 465. Pergo~non Press Ltd. Printed in Northern Irelund Geraet zur Bezeichnung von Spektralplatten Physik...

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Spectrochimica

Actn.

1050,

pp. 461 to 465.

Pergo~non

Press Ltd.

Printed

in Northern

Irelund

Geraet zur Bezeichnung von Spektralplatten Physikalisches

Zentralforschungs-Institut Abteilung

der Spektroskopie, (Received

Ungarischen Budapest,

2 March

Akademie Ungarn

der

Wissenschaften,

1959)

Abstract-A

The marking is device serving for the marking of spectral emulsions is described. performed with the aid of a gramophone needle brought into the field of rays of the spectrum projector. The gramophone needle is fastened to the anchor of a telephone relay. By operating the relay with current impulses of short duration point-like marks can be produced by it on the emulsion. Bringing the relay into vibration by successive current impulses and simultaneously displacing the plate under the marking needle line-like marks or arbitrary superscriptions can be made. The operation of the relay is preformed with the aid of a pulse generator of variable frequency. The relay can be brought into the field of rays with the aid of a pulling in relay. Examples concerning the applicability of the marking device are given.

das Anbringen von Zeichen und die Beschriftung von Spektralplatten sowohl fur den Forscher, wie such ftir die angewandte Spektroskopie unentbehrlich ist, sind bis heute keineverfahren bekannt, womit diese wichtigen Forderungen allen Anspriichen entsprechend ausfiihrbar waren. Zur Auswertung von Spektralauf(a) nahmen sind auf der Platte oder dem Film folgende Bezeichnungen notwendig: Bezeichnung der einzelnen Linien; (b) gemeinsame Bezeichnung der zum Auswerten beniitzten Linienpaare oder Liniengruppen; (c) Aufschreiben der Wellenlangen oder anderer Daten; (d) Bezeichnung der einzelnen Spektren, zwecks Unterscheidung derselben, falls auf der Platte mehrere Spektren sind; (e) Bezeichnung der Spektralplatten fiir die Evidenz. Weiterhin .mtissen auf der Platte zwecks Vergrosserung oder aus einem anderen Grunde einzelne Gebiete bezeichnet werden. Die Evidenz der Spektralaufnahmen besteht meistens darin, dass die laufende Nummer des Aufnahme-Protokolls mit Tinte auf der Platte vermerkt wird, die Aufnahme-Verhaltnisse aber im Protokoll angegeben sind. Laut Erfahrung ist die Administration, besonders in wissenschaftlichen Instituten, nicht immer hinreichend und Aufnahmen und Protokolle sind nach einigen Jahren oft nicht mehr vereinbar. Aus eigener Erfahrung ergab sich, dass besonders infolge Kriegsereignissen oder Ablebens einzelner Personen zu Hunderten wertvolle Spektralaufnahmen vorliegen, deren Aufnahmeverhliltnisse nie mehr zu eruieren sind. Aus diesen Griinden ist es zweckmassig alle wichtige Daten auf der Aufnahme zu verzeichnen. Das zur Zeit gebrauchliche einfachste Verfahren ist mit freier Hand Tintenzeichen auf die mittels Projektionsapparat projizierte, oder mit blossem Auge oder mit Lupe beobachtete Platte anzubringen oder in die Emulsion einzukratzen.. OBWOHL

[l]

J. C. NORTH,

J. Sci. Iwtr.

30, 366 (1953).

461

Eine derartige Bezeichnung ist fiir das Auge sehr anstrengend, ungenau, unschon und schwierig anzufertigen. Es scheint daher zweckmassig die Projektionsapparate fur Spekralaufnahmen durch ein Gerat zu erganzen, womit die Bezeichnung ausfiihrbar ist. Das spektroskopische Schrifttum befasst sich mit der Frage der Bezeichnung der Spektralplatten nur in geringem Masse [l]; von den im Handel befindlichen Projektionsapparaten sind einige mit primitive11 sehr einfachen Bezeichnungsmoglichkeiten ausgeriistet. Die Platten-Bezeichnungsgerate bestehen meistens aus einer Nadel, welche, an der gewiinschten Stelle in die Emulsion gedriickt, dort ein Zeichen hinterlasst. Zur Unterscheidung mehrerer auf einem Film aufgenommener Spektren gibt MITTELDORIT [2] ein Verfahren an. Genannter legt auf den Film im Projektionsapparat ein nummeriertes durchsichtiges Kunststoffstiick, auf welchem die Nummern in gleicher Entfernung stehen wie die einzelnen Spektren. Durch Projektion des Filmes mit dem Kunststoffstiick werden die einzelnen Spektren identifiziert. Den in unserem Laboratorium gestellten Anforderungen konnte mit dem genannten Verfahren nicht Geniige geleistet werden. Es wurde daher ein solcher Apparat zur Bezeichnung der Spektralplatten konstruiert, mit welchem punkt- und strichartige Zeichen und beliebige Aufschriften ausgefiihrt werden k&men. In der Folge wird dieser Apparat beschrieben. Im Wesentlichen besteht das Gerat aus einem gewohnlichen Telephonrelais an dessenAnker einTraghebe1 mit amEnde befestigter Gramophonnadel angebracht ist. Der Hebelarm halt die Gramophonnadel iiber der Spektralplatte im Strahlengang. Leitet man durch die Spule des Relais einen kurz wahrenden stossartigen Strom, so zieht das Relais den Hebel an und die Nadel schlagt auf die Platte einen Pm&t. Werden die Stromstosse mit grosser Haufigkeit wiederholt und die Platte gleichartig unter der Nadel verschoben, konnen auf der Platte Striche gezeichnet werden. Bei entsprechender Verschiebung des Plattenhalters in Richtung der beiden Koordinatenachsen k&men auf der Platte beliebige Figuren und Aufschriften verzeichnet werden. Die Bewegung der Zeichennadel und die geschriebenen Zeichen sind auf der Projektionsebene sichtbar. Abbildung 1 zeigt die Photographie des Spektralplatten-Bezeichnungsgerates auf einen Spektrenprojektor von Hilger and Watts (London) montiert. In der Abbildung ist die Gramophonnadel mit A, der Hebelarm mit B bezeichnet, C ist das Telephonrelais. Der Hebelarm B ist aus Leichtmetall-Blech mit innerer Versteifung gefertigt und ist SO leicht, dass ihn die den Anker des Relais haltenden Blattfedern gehoben halten. Das Relais ist an den Anker eines anziehenden Magnets D befestigt. Der Magnet D dient zum heranziehen der Nadel A in den Strahlengallg des Spektrenprojektors. Bei der Unterbrechung des Stromkreises des Magneten D zieht die Feder E urn den Bolzen F den Hebelarm B und mit diesem die Nadel A aus dem Strahlengang. Der Anker des Magneten D stosst in losgelassenem Zustande gegen Biigel G. An das Relais ist noch ein photographischer Auslliser montiert womit der Anker des Relais und mit diesem die Nadel A niedergedruckt wird und so such durch Bettitigung mit der Hand auf der Platte Zeichen aufgetragen [2] A. J.

MITTELDORF,

Annl.

Chem.

23, 1055 (1951).

462

Bbb.

1. Bezeicllnungsgeriit

fiir Hilger

.4bb.

3. Mit

dem

BezeichnungsgerLt

S~~clitlnll~latten auf eincn and Watts (London) monticrt.

unmittelbar auf und Beschrifton.

dcr

Spektreuprojolrtor

Emulsion

hergostellte

van

Zeichen

Gem&

zur

Bezeichnung

van

Spektralplatten

werden konnen. Die Nadel A ist in dem Hebelarm so schief eingesetzt, dass ihre ist an den Staben I und K Spitze im Sehfeld sichtbar ist. Das Bezeichnungsgerat des Lampenhalters des Spektrumprojektors befestigt. Das Relais C der Abb. 1 wird iiber einen elektronischen Impulsgenerator betatigt, mit welchem Stromstosse verschiedener Starke und Haufigkeit erzeugt werden konnen. Es ist mithin mijglich, der Art und dem Zustand der Emulsion entsprechend, Zeichen verschiedener Ausfiihrung herzustellen.

Abb.

2. Elektrisches

Kl-K’i, R”: R3, 4

KK,

Schaltschema tralplatten

KL

Relais 3nF 0,Ol pF 3nF 0,Ol pF 3nF S ,uF 16 ,uF *PF Ma.gnet. &halter 70 kZZ .50 kn 2 m2

des ZUP Betiitigung des Bezeichnungsger&tes dionenden Imp&generators. R.5 R6 R7 ii: X10 Rll Rl2 R13 v T’l

V2 773, 4

T

fiir

Spek-

12 MR 0,l M.Q Potentiometer 40 KC-J 0,l M!a 2MC2 0,2 MS1 1 aIn 0.1 MO Potentiometer 85 kfi Anzeigelampe Doppeltriode Pentode Doppelweggleichrichter Transformatop

Das elektrische Schaltschema des Impulsgenerators zeigt Abb. 2. Sein Betrieb ist folgender. Vl ist ein freilaufender Univibrator mit einer veranderbaren Frequenz zwischen 0-BO/Sek. Grob wird die Frequenz mit den Kondensatoren Cl-C4, kontinuierlich mit dem Potentiometer R6 eingestellt. Das Umschalten von hijherer auf niedrigere Frequenz wird durch gleichzeitiges Einschalten von Iii, K2 und I<7 ausgefiihrt. Die durch den Univibrator erzeugten Viereckimpulse werden mit Hilfe der Elemente C5, bzw. C5 + C6 und R9 differenziert. Da zur Steuerung 463

A. BARD&Z

- der R&e l?2 nur positive Spannungsimpulse nijtig sind, werden in der Rohre V2 mit Hilfe der mit den Widerstanden R8 und R9 entsprechend eingestellten Vorspannung die negativen Impulse abgeschnitten. Die Rohre Tr2 verstarkt die eintreffenden Impulse in dem zur Betatigung des Relais C notigen Masse. Das Relais wird durch Schliessen von einem der Schalter XX, K3 oder .K.L betatigt. Ober den Widerstand Rll erhalt namlich das Hilfsgitter der Verstarkerrohre eine negative Vorspannung, welche die Rohre absperrt. Der Schalter KR mit Druckknopf ist ein Handschalter. Der Schalter K3 ermijglicht ein bestandiges Einschalten. Der Schalter KL mit Drucknopf ist ein Fussschalter. Zur Herstellung der Vorspannung ist in den Impulsgenerator eine besondere Die Spannung des Vorspannungskreises kann mit Spannungsquelle eingebaut. dem Widerstand R 10 eingestellt werden. Die Anschlagstarke der Nadel A in Abb. 1 wird mit dem Potentiometer Rl2 regulierf;. Den in der Abb. 1 mit selbem Buchstaben bezeichneten Magneten D schaltet der Schalter KS. Beim Anziehen des Magneten D schaltet dieser den federnen Schalter 114 aus. Diese Anordnung ist deswegen so ausgestaltet, dass die Zeichennadel nur dann betatigt werden kann, wenn sie im Strahlengange ist. Der in dem Impulsgenerator eigebaute Filterkreis 15’7,R7 verhindert die Rtickwirkung der Verstarkerstufe auf den Univibrator. Die Betatigung des Gerates kann natiirlich such mit einer nicht elektronischen Schaltung erfolgen. Die Abb. 3 ist ein Beispiel wie mit diesem Bezeichnungsgerat auf der Spektralaufnahme unmittelbar in die Emulsion einfache und komplizierte Zeichen geschrieben werden. Es sind hier, ausser der Bezeichnung der Spektrallinien, die die einzelnen Spektren unterscheidenden Zeichen und ausserdem samtliche fur die Aufnahme wichtigen charakteristischen Daten verzeichnet. Zum Auftragen der Zeichen wird die Platte mit der Schioht nach oben auf den Tisch des Plattenhalters gelegt. Mit der Zeichennadel wird an einer indifferenten Stelle der Platte ein punktformiges Zeichen gemacht und dessen Stelle auf der Projektionsebene bezeichnet. Bringt man nun die Projektion der zu bezeichnenden Stelle der Platte an diese Stelle und betatigt die Zeichennadel, so wird das Zeichen an der gewtinschten Stelle sein. Bei der Bezeichnung der Linien und Beschriftung der Platten wird das Relais der Abb. 1 und 2 mit dem FuBschalter KL der Abb. 2 betatigt und der Plattenhalter mit beiden Handen mit Hilfe der Einstellstangen bewegt. Die Anschlagstkke und-Haufigkeit wird, urn schone Zeichen zu erhalten, der Dicke, Art und dem Feuchtigkeitsgrad der Emulsion entsprechend eingestellt. Der Gebrauch des Bezeichnungsgerates ist sehr einfach und riach einigen Stunden Bung kann jedermann damit arbeiten. Natiirlich ist es eine verschiedene Sache, mit diesem Gerat einfache Zeichen und unasthetische Aufschriften zu bereiten oder verhaltnismassig so schijne wie die Abb. 3 zeigt. Zur Herstellung wahrlich schoner Aufschriften ist weniger die Bung als vielmehr eine persijnliche Gegebenheit notig. Es ist zu bemerken, dass die auf der Abb. 3 sichtbare Beschriftung auf die Platte bedeutend schijner ist und die Linien infolge Reproduktion vie1 von ihrer Scharfe verlieren . Der Vollstandigkeit wegen ist zu bemerken, dass anfangs die Herstellung von stichartigen Zeichen so gedacht war, dass die Zeichennadel A der Abb. 1 mit Hilfe des Relais gegen die Platte angezogen und dann der Plattenhalter mit der 464

Gem& zur Bezeichnung

van Spektralplatten

Platte in gewiinschter Richtung verschoben wiirde. Hier zeigten sich aber verschiedene Schwierigkeiten. E&ens hatte die Platte in jeder Richtung fest fixiert werden mussen, zweitens waren die Zeichen-abhangig davon inwieweit die Platte an den verschiedenen Stellen fest auflag-sehr verschieden. Bei sehr harten Emulsionen waren die Zeichen kaum sichtbar. Weiterhin war es ein ernstes Problem die Zeichennadel Starr zu befestigen, urn eine starke Ausbiegung der Tragerkonstruktion bei der Verschiebung vertikal zur Richtung der Dispersion zu verursachen. Es ergab sich schliesslich, dass bei einer eingestellten Schlaghaufigkeit und Verschiebung der Platte in wagrechter Ebene, auf der Platte eine Punktreihe, bzw. durch entsprechende Wahl der Schlagfrequenz und Bewegungsgeschwindigkeit Striche geschrieben werden. Bemerkenswert ist, dass wilhrend mehrj&hrigemGebrauch nie eineplatte infolge Bezeichnung zerbrach. Das in der Abb. 1 dargestellte Gerat ist dessen erste Ausfiihrung, welche sic11so sehr bewlihrte, dass eine Abanderung iiberflussig war. Auf Grund der Erfahrungen waren folgende Anderungen zweckmassig. Es ware angezeigt, den Anziehmagneten D mit Gleichstrom zu speisen, da beim Speisen mit Wechselstrom der Anker des Magneten in schwingenden Zustand geraten kann. Es kiinnte der Anziehmagnet D ganz weggelassen werden, wodurch die Stabilitat des Systems gewinnen wiirde. In diesem Fall kann die Zeichennadel mit der Hand in den Strahlengang gebracht und dort fixiert werden. Die Entfernung der Nadel aus dem Strahlengang erfolgt dann ebenfalls mit der Hand. Der Tragarm B der Abb. 1 ist zwecks Sicherung der Steife so kurz wie mijglich zu halten. In der jetzigen Ausfiihrung musste dieser Hebelarm wegen dem Lampenhaus des Projektionsapparates ziemlich lang bereitet werden. Bei Spektrenpojektoren anderer Art sind diese Verhaltnisse vorteilhafter. der AusfLihrung des Bezeichnungsgeriites n&men Teil S. ~DER, K. KANTOR, A. KLATSM~YI und B. VORSATZ.Die Bezeichnungen auf der hier mitgeteilten Spektralplatte ftite K. BERTAaus. Fiir ihre Mitwirkung besten Dank.

Anerkennung-An

Zusammenfassung Es wird ein Gerat zur Ausfiihrung von Zeichen auf Spektralplatten beschrieben. Die Bezeichnung geschieht mit einer, in den Strahlengang des Spektrenprojektors eingefiihrten Gramophonnadel, welche an den Anker eines Telephonrelais befestigt ist. Das Relais wird durch kurz andauernde Stromstosse betatigt und ist cur Herstellung punktartiger Zeichen geeignet. Infolge serienweiser Stromstosse wird das Relais in Schwingung gebracht und, bei gleichzeitiger Verschiebung der Platte unter der Nadel, kijnnen strichartige Zeichen oder beliebige Aufschriften- hergestellt werden. Die Betatigung des Relais geschieht mit Hilfe eines Impulsgenerators veranderlicher Frequenz. Das Relais kann durch einen Anziehmagneten in den Strahlengang eingebracht werden. Beispiele fur die Brauchbarkeit des Bezeichnungsgerates sind angegeben.

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