Vorschlag zur Vereinheitlichung der Nomenklatur, der Neutralfette und der Lipoide

Vorschlag zur Vereinheitlichung der Nomenklatur, der Neutralfette und der Lipoide

446 SHORT COMMUNICATIONS REFERENCES ’ T. EISELT, Vierteljahresschr. prakt. Heilk., 5g (1858) Igo. 2 J. DUCHO&AND Z. PECHAN, 2nd National Congress of...

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SHORT COMMUNICATIONS REFERENCES

’ T. EISELT, Vierteljahresschr. prakt. Heilk., 5g (1858) Igo. 2 J. DUCHO&AND Z. PECHAN, 2nd National Congress ofBiochemistry. Pvaha, 1960, to be published. s H. K. BARRENSCHEEN AND H. PRINZ, Biochem. Z., 285 (1936) 130. 4 J. THORMKHLEN, Arch. pathol. Anat. und Physiol., Virchow’s, 108 (1887) 17, 5 L. LINNELL AND H. S. RAPER, Biochem. J., zg (1935) 76. B G. LEONHARDI, Naturwissenschaften, 40 (1953) 621; 41 (1954) 141; 41 (1954) 305; 42 (1955) 17. ’ J. Ducno& AND A. F. RICHTER, 4th International Congress of Biochem., Wien, 1958. 8 J. DUCHOB AND V. GREGORA. 2nd Biochemical Days, St. Smokovec, 1961. to be published. @ K. N. F. SHAW, A. MCMILLAN AND M. D. ARMSTRONG, J. Biol. Chem., 226 (1957) 255. lo M. D. ARMSTRONG, K. N. F. SHAW AND P. E. WALL, J. Biol. Chem., 218 (1956) 293. I1 I. SMITH, Chromatographic Techniques, W. Heinemann, London, 1958. I2 A. HANSON, Naturwissenschaften, 44 (1957) 470. la K. N. F. SWAW, A. MCMILLAN AND M. D. ARMSTRONG, J. Org. Chem., 23 (1958) 32. I4 M. D. ARMSTRONG, K. N. F. SHAW, M. J. GORTATOWSKI AND H. SINGER, J. Biol. Chem., 232 (I958)

Received

‘7.

September

r&h,

1961. Clin. Chim. Acta, 7 (1962) 443-446

Vorschlag zur Vereinheitlichung der Neutralfette

der Nomenklatur,

und der Lipoide

Urn der herrschenden Uneinheitlichkeit auf dem Gebiete der Nomenklatur der Fette und Lipoide zu begegnen, haben sich die Unterzeichneten tiber die folgenden Konventionen geeinigt; die Kommission fur klinische Chemie in der Deutschen Gesellschaft fiir Physiologische Chemie empfiehlt ihre Beachtung im wissenschaftlichen Schrifttum und in der Lehre. Folgendes nach der Hauptalkoholkomponente, d.h. dem mit Fettsaure verbundenen Alkohol (I. Alkoholkomponente) ausgerichtete Ordnungsprinzip wird empf ohlen : TABELLE

I

2. Alkoholkomponente

I. Eigentliche

Fette

Mono-, Di- und Triglyceride II. Glycerinphosphatide Phosphatidsluren Lecithine Kephaline Inositphosphatide Plasmalogene (Glycerinester-enol&ther) III.

PIN

Cholin Colamin, Serin Inosit

1:1 I :

Cholin, Colamin Serin

I

Cholin Galaktose, Glucose Hexosen, Hexosamine, Neuramins%ure Galaktosesulfat

I :2

I:1

I

:I

Sphingolipoide Sphingomyeline Cerebroside Ganglioside Sulfatide

-

-

Clin. Chim. Acta, 7 (1962) 446-448

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SHORT COMMUNICATIONS

Phosphorhaltige Lipoide werden traditionsgemass als PhosPhatide bezeichnet, fiir den Ausdruck Phosphorlipoide besteht kein Bedarf. Die Wahl des Ausdrucks Phosphatide hat den zudtzlichen Vorteil, dass eine Verwechslung mit Lipoidphosphor schwierig ist, wahrend im klinischen Schrifttum Lipoidphosphor und Phosphorlipoide nicht selten verwechselt werden. Bei weitergehender Analytik kann dann entsprechend der Hauptalkoholkomponente zwischen Glycerinphosphatiden und Sphingophosphatider unterschieden werden (wahlweise stehen die Ausdriicke Phosphoglyceride bzw. Phosphosphingoside zur Verftigung). Fur die cholinhaltigen Phosphatide werden die klassischen Namen Lecithin und Sphingomyelin gebraucht, die Glycerinphosphatide mit Aminogruppen werden als Kephaline zusammengefasst, die in Colamin- und Serin-Kephalin etc. unterteilt werden konnen. Die Plasmalogene werden durch Voranstellung des Namens der Base gekennzeichnet, Colamin-Plasmalogen, Cholin-Plasmalogen. Die Nomenklatur der Cerebroside bleibt die klassische, neuraminsaurehaltige Sphingoside sind als Ganglioside zu bezeichnen; kommt Schwefelsaure im Molekiil vor, dann spricht man von Sulfatiden. Eine Zusammenfassung nach im Molektil veresterten anorganischen Sauren (Phosphatide, Sulfatide) lasst eine Reihe von Lipoiden unklassifizierbar und hat vorwiegend methodische, moglicherweise such funktionelle Bedeutung. Sie ist vor allem dann anzuwenden, wenn die gewahlte Bestimmungsmethode eine &here Bezeichnung nicht erlaubt; wenn z. B. der gesamte Lipoidphosphor bestimmt wurde, muss man von Phosphatiden sprechen. uberhaupt sollte, wenn eine genaue Charakterisierung der Substanz nicht angestrebt wurde oder nicht gelungen ist, die gewahlte Bezeichnung sich mijglichst nah an die analytische Methode anlehnen. TABELLE

II

Substanz,

Bezeichnung ihrer Vevmehrung im Plasma

Cholesterin Lipoidphosphor Neutralfette Freie Fettsluren “Gesamtlip(o)ide”

Hypercholesterinlmie Hyperphosphatidamie Hyperliplmie Hyperlipacidlmie Hyperlip(o)idlmie

bzw. die gewdhlte Bestimmungsmethode

Triibung durch Neutralfette Verschwinden der lipamischen

Triibung

Lipamie Liplmiekllrung

In der Blutchemie sind Vermehnmg und Verminderung durch die Prsifixe und Hype- anzuzeigen. Fiir das Neutralfett wird dabei der Stamm -lip- verwendet, fur Veranderungen der Gesamtlip(o)ide* der Ausdruck -Zifi(o)id-. Die Bezeichnung Lipamie steht traditionsgemass fur die Trtibung des Blutes durch Fetttrbpfchen. Die beigegebene Tabelle II enthalt beispielhaft einige Vorschlage. Gerade in der Blutchemie ist besonders darauf zu achten, dass die gewahlte Bezeichnung die bestimmte Substanzgruppe genau trifft, sich also immer mijglichst genau an die Bestimmungsmethode anlehnt. Hype+

* In der deutschen Literatur wird fur Fette und fettlhnliche Stoffe hlufig “Lipoide” als Sammelbegriff benutzt, wahrend in der englischsprachigen Literatur wohl ausschliesslich van “Lipiden” gesprochen wird. Cl&. Chim. AC&Z,, (196s) 446-448

SHORTCOMMUNICATIONS

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Einige neuere Nomenklaturvorschlage verstossen gegen dieses Prinzip und sollten nicht angenommen werden. Beispiele fiir solche abzulehnende Vorschlage sind die Bezeichnung Hyperglyceridamie fur eine Vermehrung der Neutralfette, da durch diesen Ausdruck such die Phosphorglyceride erfasst werden, und die Bezeichnung “nicht veresterte Fettsauren” fur die titrimetrisch erfassten freien Fettsauren, denn die Fettsauren in den Sphingolipoiden sind ebenfalls nicht “verestert”, werden aber von der Methode nicht erfasst. Die Kommission ftiv klirtische Chemie der Deutschen Gesellschaft fiir Physiologische Chemie, Mosbach (Deutschlalad)

E. KLENK H. DEBUCH N. GLLNER E. WERLE H. J. STAUDINGER V. KLINGMULLER

Eingegangen den 3. Januar, rg6z Clin. Chim. Acta, 7 (rg6z)

446-448

Relation between the N-acetylneuraminic acid contents of blood serum in mothers and their new-born babies In previous workl, we have given the values of N-acetylneuraminic acid (NANA) in serum from 161 subjects, 15% of whom were normal (59 + 10.5 mg per IOOml of serum) and the rest pathological (rachitics, tuberculous, etc). These values were obtained using SVENNERHOLM’S technique with copper (II) resorcino12 as modified by MIETTINENet aZ.*. In the present communication, a summary is given of the results obtained by application of the same method to the study of the contents of NANA in sera of mothers and their new-born babies. Maternal blood was extracted a few hours before delivery; infant blood was obtained from the newly cut umbilical cord. Table I shows the values obtained: TABLE I VALUES

(mg/Ioo Infant n

m&s

0

40.4 _t 5.7

OF

NANA

ml of serum) Maternal

9 85.0 5

10.2

Infant/Maternal

0.48 + 0.09

These figures recall, by their parallelism, the concentrations of seromucoproteins in mothers and sons4 characterized by the fact that they are notably lower in the new-born baby than in the mother. With regard to serum NANA in new-born babies, these differences from normal adults may perhaps be explained by the following factors: (a) incomplete activity of the fetus’ immature liver and also the difficulty of Clin.Chim,

Acta,

7 (1962)448-449